Die ersten 40 Jahre

…aller Anfang ist schwer

Aus einem an die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen gerichteten Schreiben ist zu entnehmen, daß der Gemeindeausschuß von Breitenau unter Bürgermeister Michael Dobler (heute Neunkirchnerstraße 16) schon 1877 gesonnen war, eine Feuerspritze anzuschaffen und eine Feuerwehrmannschaft zu bilden. Hierzu waren aber dir finanziellen Mittel nicht gegeben und so kam es erst 1880 durch den damaligen Oberlehrer Anton Perz und unter Bürgermeister Johann Bauer (heute Neunkirchnerstraße 11) zur Gründung einer Feuerwehr. Am 18. Juli 1880 wurden die Statuten genehmigt und am 15. August erfolgte die Konstituierung. Der Ausschuß, welcher am 18. August seine erste Sitzung abhielt, bestand aus folgenden Herren:

Hauptmann Anton Perz (Oberlehrer)

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Hauptmannstellvertreter Ferdinand Kaufmann (Ökonom)

Schriftführer Franz Windbacher (Kaufmann)

Kassier Franz Engelhart (Mühlenbesitzer)

Spritzenmeister Peter Bauer (Bauer)

Steigerführer Alois Klevers (Schmied)

Zeugwart Franz Berger (Landkrämer)

Weitere Ausschußmitglieder waren Herr Johann Bauer (Bürgermeister), Herr Josef Weissenbacher (Bauer) und Herr Josef Linshalm (Bauer).

Es wurde der Beitritt zum NÖ Landesfeuerwehrverband und zum Feuerwehrverband Wiener Neustadt beschlossen. Am 29. August 1880 fand bereits die erste Übung mit der Spritze des Mühlenbesitzers Franz Engelhart statt. Weiter solcher Übungen folgten noch im Laufe des Jahres. Zudem wurde ein Übungsmarsch nach Seebenstein und ein Fackelzug anläßlich des Namenstages des Kaisers veranstaltet. Sechs Ausschußsitzungen fanden statt und am 26. Dezember wurde die erste Generalversammlung abgehalten.

Am 14. Dezember mußte zu einem Brand im Haus Breitenau Nr. 11 ausgerückt werden. Am Begräbnis des Mitgliedes M. Neusiedler hat sich „sämtliche disponible Mannschaft samt Chargen und Fackeln“ beteiligt.

Der Jahresbericht für 1880 meldet: Der Ort zählt 68 Hausnummern und 490 Einwohner. Die Feuerwehr hat 52 aktive Mitglieder (13 Steiger, 36 Löschmänner und 3 Schutzmänner). Von den 52 Aktiven sind der Beschäftigung nach 28 Handwerker, 12 Landwirte, 4 Fabriksarbeiter, 2 Kaufleute, 1Lehrer und 4 andere Berufsangehörige. Die Ausrüstung besteht aus Ledermütze, Bluse aus dunklen Loden sowie einem Helm für Diensteinsätze. Mütze und Montur schaffte sich jeder Mann selbst an!

Zur Beschaffung von Mitteln für den Ankauf auf einer Spritze und sonstiger Löschgeräte wurden Gesuche um Subventionen und Spenden an alle opulenten Gönner und öffentlichen Stellen und waren auch meist von Erfolg begleitet. Es wurden alle Hausbesitzer unterstützende Mitglieder (mit Ausnahme von zwei Haushalten). Die seit dem 13. Jahrhundert Mahl- und Sägemühle zu Breitenau ging im Jahre 1842 durch Kauf in den Besitz von Franz Engelhart über. Das Sägewerk wurde aufgelassen und die Mühle zu einer großen Handelsmühle gestaltet, wobei sich auch die Zahl der Beschäftigten erhöhte! Dies war sehr zum Nutzen der Feuerwehr , denn Herr Engelhart war eifriger Mitgründer tatkräftiges Ausschußmitglied und wohlwollender Gönner.

1881

Für den Ankauf der Spritze wurde ein Umlage auf die Hausklassensteuer erwirkt. Für die Anschaffung der Helme übernahmen die Herren Engelhart und Kaufmann die Kosten. Sonstiges Inventar:

130 m Schläuche

2 fahrbare Schlauchhaspeln

3 Anstellleitern

In einem Ausschußsitzungsprotokoll wird bereits der Bestand einer Vereinsmusik erwähnt.

1884

Ein besonderer Erfolg war der Bau eines Spritzenhauses. Die Gerätschaften wurden durch ein Signalhorn, zwei Petroleumfackeln, eine dreiteilige Ansteckleiter, Steigerleinen, Signalpfeiffen, Mundschwämme, Beile und Beiltaschen, Mannschafts- und Steigergurte ergänzt. Die Vereinsmusik erhielt 30 Gulden zur Anschaffung von Instrumenten.

1890

Am Gerätehaus wurde ein Schlauchturm errichtet. Weiters wurde beim Spritzenhaus eine Straßenlaterne aufgestellt, für welche die Gemeinde das Petroleum bereitstellte.

1893

In diesem Jahr erfolgte die Errichtung einer Steigerwand. Dieses großartige Übungsobjekt – einmalig im ganzen Bezirk – stellte bis zum Jahr 1945, als es wegen angeblicher Baufälligkeit demoliert wurde, ein Wahrzeichen Breitenaus dar.

1905

Von Wagnermeister Messner wurde ein Mannschaftswagen zum Preis von K 770,- sowie ein Schlauchhaspelwagen geliefert.

1914

Die Feuerwehr Breitenau erhielt als eine der ersten Wehren im Bezirk eine Benzinmotorspritze.